Dienstag, 7. Februar 2012

Filmreview: Super (2010)

Ein Typ entschließt sich Superheld zu werden und hat keine Ahnung vom Business. Nein, es ist nicht Kick Ass. Super! Nein, das ist der Film zwar auch, aber so heißt der Streifen von James Gunn mit Rainn Wilson in der Hauptrolle und ist eine Review wert.

Frank, gespielt von Rainn Wilson, führt ein ziemlich tristes Leben als Koch in einer Burgerbude. Neben ihm im Bett liegt eine gelangweilte aber wie immer entzückende Liv Tyler. Schon bei der Eröffnungssequenz fragt sich der Zuschauer, wie dieses ungleiche Paar zusammengekommen ist. Der Film zeigt die Auflösung und letztendlich dreht sich alles auch um die kaputte Beziehung. Eines Tages ist die wunderschöne Gattin weg und für Frank bricht eine Welt zusammen. Er braucht nicht lange um herauszufinden, wer seine Herzensdame geraubt hat. Es ist der zwielichtige Kevin Bacon und der scheint einen riesen Haufen Dreck am Stecken zu haben.

In seiner Trauer erscheinen Frank seltsame, gar göttliche Visionen, die ihn auf eine Mission schicken das üble der Welt auszurotten. Wie kann man den Abschaum bekämpfen? Klar doch, als Superheld. Bei seiner Recherche trifft er im Comicshop auf Libby, welche herzallerliebst von Ellen Page dargestellt wird. Sie ist etwas freaky, aber das muss man als Comicshop-Verkäufer auch sein. Sie berät Frank hervorragend, denn er braucht neben seinem Outfit selbstverständlich auch eine Waffe. Fündig wird der neue Held in seiner Werkzeugkiste und der Held mit dem Schraubenschlüssel ist geboren: „Der blutrote Blitz“!

So zieht er durch die Straßen und bekämpft Drogendealer, Pädophile und das ganze andere Gesocks. Schon nach kurzer Zeit gewinnt er an Medienpräsenz, wobei das Bild für die Öffentlichkeit ein Anderes ist. Dort wird er als Verrückter dargestellt, der unschuldige Mitbürger auf offener Straße verprügelt. Einzig Libby erkennt wer der „Blitz“ ist und himmelt ihn und seine Taten an, jedoch ist Frank auf einer Mission, denn bisher war alles nur Geplänkel. Er will seine Liv zurück und begibt sich in die Höhle des Löwen. Der erste Versuch scheitert und endet nicht nur mit einer Schussverletzung im Bein, sondern auch mit seiner Enttarnung gegenüber einem Drogenboss. Auf der Flucht versteckt sich Frank bei Libby und die bietet ihre Unterstützung als „Blitzie“ an. Kann das Helden-Duo die entführte Liv aus den Fängen der Drogendealer retten?

Als ich das erste Mal den Trailer gesehen hatte musste ich so herzhaft lachen, dass ich mir schwor ins Kino zu gehen. Entweder ist der Film an mir vorbeigerauscht oder er ist einfach mal wieder nicht in den deutschen Kinos gelandet. Der Blog des Berliner Comic Shops Grober Unfug hat mich dankenswerter Weise darauf hingewiesen, dass inzwischen die DVD/Blu-Ray erschienen ist. Dies hat selbstverständlich einen ganz spezifischen Grund, denn der Grobe Unfug ist auch in den Specials des Mediabooks vertreten (wie es bei den anderen Versionen aussieht weiß ich ehrlich gesagt nicht). Der Regisseur James Gunn war bei seinem Besuch in der deutschen Hauptstadt zu einem kleinen Abstecher im Comicshop meines Vertrauens und hat dort ein paar Tipps aus dem Regal gezogen.


Die Specials im Allgemeinen haben es in sich. Der Auftritt von Hauptdarsteller Rainn Wilson und James Gunn auf einer Comic Convention war schon allein den Kauf wert. Super Antworten auf Super Fragen und Super Reaktionen vom Publikum. James Gunn hat sich im Internet bereits einen Namen mit einer kleinen aber feinen Videoreihe gemacht, welche den Anfang von Pornos darstellen und wie diese eventuell auch mal anders enden könnten. Er hat unter anderen auch das Drehbuch zu Tromeo und Julia geschrieben.

Zurück zum Film: Die Geschichte ist klasse umgesetzt, auch wenn dem einen oder anderen das bekannte Grundthema und die Ähnlichkeit zu Kick-Ass stören könnte. Mich hat es nicht, denn der Film ist mit deutlich niedrigerem Budget gedreht und lange nicht so abgedroschen (trotzdem: ich mag Kick-Ass), denn er bleibt realistisch. Die Schauspieler bringen ihre Rollen glaubhaft rüber und haben zum Standardlohn ihr Können gezeigt. Dies tun Hollywooddarsteller nur, wenn sie vom Buch und Konzept überzeugt sind und spricht wiederum für den Film. Kevin Bacon als A….loch und Liv Taylor als die holde Maid in Nöten sind die wohl bekanntesten Darsteller. Rainn Wilson ist mir persönlich bisher unbekannt gewesen, konnte aber aus den Specials erfahren, dass er wohl eine tragende Rolle bei der Serie „The Office“ innehat. Er hat mich am meisten begeistert. Mit ihm kann man den gesamten Film über mitfühlen. Er ist sympathisch und einsam. Er ist ein Nerd ohne Nerd zu sein. Mir fehlen etwas die Worte um es treffend zu bezeichnen. Ich mag Frank. Ellen Page ist ebenfalls grandios in ihrer Rolle und ich hoffe sie des Öfteren demnächst zu sehen.

Der Film ist ab 18 Jahren und dies auch nicht grundlos. Die Gewaltszenen und Splattereffekte haben es teils in sich und boten mir genau das, was ich teils bei Kick-Ass vermisst hatte. Das Mediabook ist super (haha) ausgestattet. An der Front ist eine abziehbare Karte mit FSK-Logo angebracht, welche das tatsächliche Cover ohne störende Logos verdeckt. Im Innenteil ist noch ein kleines Comic und ein paar Informationen zu den beteiligten Schauspielern und dem Regisseur enthalten. Die Specials befinden sich auf einer zweiten Disk und ich muss mich wiederholen: sie sind lohnenswert.   



Kommentare:

  1. "Super" bleibt realistisch? In einigen Dingen sicherlich, aber in anderen ist er auch selten dämlich, wenn z. B.

    *SPOILER*

    der Blitz mit seinem Privatwagen mitsamt dem Nummernschild vor aller Augen herumkurvt oder Blitz und Blitzie sich bei ihrem Realnamen ansprechen in Gegenwart Anderer.

    *SPOILER ENDE*

    "Kick-Ass" ist für mich ein Meisterwerk. Schön comichaft überzogen, richtig kooler Soundtrack, Äktschn, Geschnetzel, fetzige Szenen zum Abfeiern. "Super" hat vielleicht tiefere Charaktere und versucht satirischer zu punkten. Bei mir hat das nicht gefunkt und mich meist nur zu Schmunzlern hingerissen.

    AntwortenLöschen
  2. Ja dämlich sind solche Aktionen allemal, jedoch wiederum realistisch, denn beide sind unerfahren und machen Fehler.

    Kick-Ass ist ein Meisterwerk ohne Frage, nur geht dieser Film anders an ein ähnliches Grundthema ran und dies fand ich gut umgesetzt. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung von Kick-Ass, da ich die Comicreihe mit Genuss verfolge.

    AntwortenLöschen